Nichtfunktechnische Morsefrage

Für alle restlichen Themen, die noch kein Forum haben.
Funkonaut
S1
Beiträge: 76
Registriert: 8. Aug 2018, 14:38

Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von Funkonaut » 8. Jan 2019, 00:39

Durch die Feiertage mal wieder zum Lesen gekommen wobei u.a. das Thema der verschütteten
Schüler in Thailand nochmal im Rahmen von Höhlenforschung eine Rolle spielte.

Da wurde u.a. erwähnt, dass bei Rettungsversuchen in Bergwerken vielfach Klopfsignale verwendet wurden.
Da mir kein "Internationales Klopfsignalalphabet" bekannt ist, nehme ich an, dass es sich um
Morsekommunikation handelt.

Für zukünftige Problemfälle wurde ich von meiner Preppergemeinde ;) gefragt, wie das funktioniert.
Jetzt also zur Frage:
Da ich ja nicht lang Klopfen kann, muss ich dann für "Dah" scharren oder zweimal klopfen?
Klopfe ich für "A" tock - kleine Pause tock-tock große Pause und dann nächstes Zeichen?
oder wie??

Bei "F" wird es ja dann schon etwas komplizierter.
Nur für den Fall, dass ich, was ich nicht hoffen möchte, mal in die Lage komme, z.B. eventuell aus einem
umgekippten Schiff Kontakt zu meinen Rettern aufmehnen zu müssen, würde mich das interessieren.
Sorry für die nichtfunktechnische Frage in diesem Forum, aber in anderen Foren ist die sicherlich noch
unangebrachter.
Oder gibt es ein Forum: "Wie überlebe ich Katastrophen" ?
73 und erst mal TOCK TOCK.....TOCK.....TOCK TOCK -.- ?

DL8CBM
S1
Beiträge: 41
Registriert: 8. Jun 2018, 09:08

Re: Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von DL8CBM » 8. Jan 2019, 08:24

Prepperforen gibt es auch. Aber ob die sowas wissen..?

Aber zur eigentlichen Frage: Meistens wird in so einem Fall überhaupt nicht nennenswert kommuniziert im eigentlichen Sinn. In so einer Situation ist es auch nicht nötig die aktuelle Weltpolitische Lage zu erörtern, oder sonstwie große Texte zu übertragen. Es reicht also den Rettern mitzuteilen "Ich bin da, und noch am Leben" Daß man gerne gerettet werden möchte, ergibt sich zwangsläufig. Oder willst Du den Rettern sagen: "Mir gehts ganz gut hier, buddelt erstmal die anderen aus".
Die erste Info, daß man hier irgendwo ist, und noch lebt, kann man ohne jede Kenntnis von Morsezeichen übertragen. Es reicht dazu völlig in regelmäßigen Abständen gegen etwas zu klopfen, daß den Schall gut weiterleitet. Oder man klopft einen "Rhytmus" der nicht oder sehr unwahrscheinlich auf natürlichem Wege zusammenkommen würde. Also zB Tock Tock... Tock Tock ... und so weiter.
Das reicht völlig, daß die Retter wissen, daß es sich lohnt, hier mal genauer nachzusehen. Und mehr ist für den Moment nicht nötig.

DO9HC
S1
Beiträge: 73
Registriert: 2. Jul 2018, 16:30

Re: Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von DO9HC » 8. Jan 2019, 08:51

Funkonaut hat geschrieben:
8. Jan 2019, 00:39
Da mir kein "Internationales Klopfsignalalphabet" bekannt ist, nehme ich an, dass es sich um
Morsekommunikation handelt.
Morse-Code eignet sich nicht zum "klopfen", wie du schon schriebst wegen der Pausen.
Es gibt aber einen "Klopfcode":
http://kryptografie.de/kryptografie/chiffre/klopf.htm
Inwieweit der international einheitlich ist weiß ich nicht.

73 Haiko

Funkonaut
S1
Beiträge: 76
Registriert: 8. Aug 2018, 14:38

Re: Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von Funkonaut » 8. Jan 2019, 12:05

Danke Heiko, man sieht, dass man immer noch etwas dazulernen kann. In diesem Forum wir einem geholfen!
;) Ich hoffe, dass Deine Kenntnisse (Kryptografie.de / Absatz----Gefängniskommunikation-) nicht aus der Praxis kommen ;)
Vorteihaft ist, dass ja Morsekenntnisse nicht erforderlich sind.
Wünsche uns allen, dass dies nur eine intellektuelle Spielerei ist, und keiner in die Lage kommt, die praktische Anwendung
zu benötigen.
Trotzdem "Wissen schadet nie", wieder etwas dazugelernt -- in diesem Sinne frei nach Polybos
22 24 54 34 34 33 11 24 42 43

DO9HC
S1
Beiträge: 73
Registriert: 2. Jul 2018, 16:30

Re: Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von DO9HC » 8. Jan 2019, 12:38

Funkonaut hat geschrieben:
8. Jan 2019, 12:05
Ich hoffe, dass Deine Kenntnisse (Kryptografie.de / Absatz----Gefängniskommunikation-) nicht aus der Praxis kommen ;)
In gewisser Weise schon, beim Geocaching hat man öfter mit sowas zu tun, also gibt's nicht nur im Gefängnis. ;-)

73 Haiko

Funkonaut
S1
Beiträge: 76
Registriert: 8. Aug 2018, 14:38

Re: Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von Funkonaut » 8. Jan 2019, 19:10

Ja, Geocaching hatten hier schon einige mal wegen Morsecode Anfragen gestellt.
Von der Gefängniskommunikation war mir nur bekannt, dass die die Wasservorlage des Traps der Toilette leersaugen und dann über die Rohre mit schönem Schall sauber kommunizieren können.
Wie saugt man eigentlich den Traps leer 8-) :roll: Muß wohl erst mal einsitzen, um Genaueres zu ermitteln.
Gruß Mario

DL8YEV
S1
Beiträge: 137
Registriert: 8. Jun 2018, 11:18

Re: Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von DL8YEV » 8. Jan 2019, 21:01

Funkonaut hat geschrieben:
8. Jan 2019, 00:39
...Klopfe ich für "A" tock - kleine Pause tock-tock große Pause und dann nächstes Zeichen?
oder wie??
Das wäre dann allerdings ein D :shock:
Aber genau so geht´s. :) Man lässt nach jedem Dah eine kleine Pause und fügt dann di dit schnell an.
Wird auch intuitiv von jedem so verstanden...

DL8SFZ
S1
Beiträge: 295
Registriert: 8. Jun 2018, 19:33

Re: Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von DL8SFZ » 8. Jan 2019, 22:40

DL8YEV hat geschrieben:
8. Jan 2019, 21:01
Funkonaut hat geschrieben:
8. Jan 2019, 00:39
...Klopfe ich für "A" tock - kleine Pause tock-tock große Pause und dann nächstes Zeichen?
oder wie??
Das wäre dann allerdings ein D :shock:
Aber genau so geht´s. :) Man lässt nach jedem Dah eine kleine Pause und fügt dann di dit schnell an.
Wird auch intuitiv von jedem so verstanden...
... und woher "hörst" du, dass das zweite Dit ein Dit und nicht ein dah ist? Morsen geht so nur sehr eingeschränkt bis gar nicht. Zumindest mit ganz vielen Unklarheiten.

Mit dem "Didit" meint er eine Darstellung des "dah", weil ja ein einziger Klopfer auf den Tisch noch keinerlei Aussage hat, ob dit oder dah.
Amateurfunk macht Intelligenz hörbar!

DL8YEV
S1
Beiträge: 137
Registriert: 8. Jun 2018, 11:18

Re: Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von DL8YEV » 8. Jan 2019, 23:08

Hallo Stefan,
du klopfst einfach genau so, wie du eine Junker Taste bedienst.
Durch die längere Pause nach einem Strich kann man diesen einwandfrei als solchen erkennen.
Selbst mein 12-jähriger Sohn hat das binnen Sekunden begriffen.
Probier es doch einfach einmal aus. ;)
73, André

db6zh
S1
Beiträge: 348
Registriert: 5. Jun 2018, 14:27

Re: Nichtfunktechnische Morsefrage

Beitrag von db6zh » 9. Jan 2019, 01:27

Ich neige zu André -s Antwort, weil ja das Klangbild entscheidet, mit längeren Pausen allerdings zwischen den Zeichen. Als Anekdote: Meine Mutter hat erzählt, daß sie bei Treffen mit Freunden im Beisein ihres Vaters von diesem per Klopfzeichen (auf die Tischplatte) seine Meinung zu einzelnen "Kandidaten" zu hören bekam. Sie war "Fräulein vom Amt" (Haupttelegraphenamt Berlin) und mein Großvater bei Postschutz (Reichspost Berlin) -- beide konnten CW per QRL.

Ich kann beide leider nicht mehr fragen, aber es war nie die Rede von eigenen Codes, sondern normal "Morsen". Die Anekdote kam zu meinen ersten CW-Versuchen - sie hat oft mitgehört.

73 Peter

Antworten