Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

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DJ7WW
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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von DJ7WW » 14. Feb 2020, 04:04

DO9HC hat geschrieben:
13. Feb 2020, 21:55
DO1WH hat geschrieben:
13. Feb 2020, 12:00
Osteuropa ist da - empfinde ich zumindest - sehr stark vertreten.
Stimmt, da stören mich dann aber auch eher die Dauerquatscher und dass die OMs dort offenbar noch nichts von internationalen Buchstabieralphabeten gehört haben und so man (ich) oft nichtmal die Rufzeichen versteht.
Aber die Stationen mit >=10kW PEP kann man immerhin gut aufnehmen :lol:
Wundert mich, daß tatsächlich jemand so einfältig ist dorthin zu fahren um deren Leistung zu messen ;-).

DO9HC
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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von DO9HC » 14. Feb 2020, 08:14

DJ7WW hat geschrieben:
14. Feb 2020, 04:04
Wundert mich, daß tatsächlich jemand so einfältig ist dorthin zu fahren um deren Leistung zu messen ;-).
Die Aussage beruht auf Selbstauskunft.
Zuletzt geändert von DO9HC am 14. Feb 2020, 09:51, insgesamt 1-mal geändert.

DO1WH
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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von DO1WH » 14. Feb 2020, 09:10

Hallo Peter:
ich gebe dir Recht, was die Themen angeht - aber es ist eben wie am Stammtisch beim Bier in der Kneipe. Da wird auch über alles mögliche geredet.
Das Einzige, was ICH nicht brauche, sind solche Gesprächspartner, die sich über alles und jedes noch so kleine Thema aufregen und gegenseitig hochschaukeln. So eine Runde hatte ich mal auf 2m - allein das zuhören hat einen runtergezogen. Das ist einfach nicht meins.
Alle andere Themen - egal ob Blutdruck, Wetter, andere Hobbys, persönliches, auch der Sack Reis ;) - stören mich nicht. Ist wie beim TV: wenn mich ein Thema nicht interessiert, schalte ich weg. Wenn ich dazu was beitragen will, dann mach ich das.
Aber da tickt jeder anders.
Und du bist eben eher der Techniker und Bastler - soweit meine Erinnerungen mich nicht täuschen. Und wenn ich mal eine technische Frage habe, weiß ich dann wenigstens, dass der Peter mir eine Antwort geben kann. Mich kannste dann eben mal fragen, wenn dein Blutdruck- oder Zuckerwert nicht hinhaut oder du eine Info über die letzte "Rentner-Bravo" brauchst :lol:

db6zh hat geschrieben:
13. Feb 2020, 21:08
Einfach mal über die Frequenzen drehen, die Antenne höher hängen, die "Wartezimmer" sind voll und warten auf Zuhörer und Mitleidende.
Antenne ist schon bei 10m - leider geht da nicht mehr (andere wären froh über 10m ;) )

Also ich habe gestern Abend (ca. 23:30 Uhr) mal gedreht: Was soll ich sagen - Quassel-Runden gab es tatsächlich 8-) .
Nur es sind Runden, die ich mit meinen puppsligen 100Watt schlecht erreiche. Laut Auskunft der OM's haben die mit 500Watt und mehr gearbeitet. Ausserdem waren die gestrigen Runden alle im Ruhrgebiet oder Richtung Allgäu. In meiner unmittelbaren Umgebung (Grimma bei Leipzig) hatte ich niemanden gehört. Obwohl es mir auch Wurscht iss, in welcher Runde ich Anschluss finde.
Gut, da muss ich wohl täglich aufs Band um rauszubekommen, wann welche Runde zu Gange ist - das geht logischerweise nicht an einem Abend. Aber es war ja nicht das erste Mal, dass ich gesucht habe. Die Runden gestern waren alle sehr spät. Da wird es bei mir schlecht mit Phonie, da ich mein Shack im Schlafzimmer habe (leider der einzig mögliche Platz). Deshalb bin ich ja in Richtung Digital-Runde am Suchen, aber da gibt es wirklich nichts mehr :(

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.
73 de DO1WH / Joerg

db6zh
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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von db6zh » 14. Feb 2020, 12:58

Ich wollte nur los werden, daß es immer solche Runden gab und geben wird. Etwas OT: Ich war ehrenamtlich im Rettungsdienst und bei den Wehwehchen drehe ich wirklich ab. Ab und an werden bei solchen Runden auch lustige Erinnerungen wach, wenn es los geht "Rate mal wie alt ich bin ... ". Eine klassische Männerdomäne, hatte ich oft bei der Datenaufnahme (wenn die noch reden konnten). Bei Frauen dauerte es manchmal bis zur Ankunft im KH, bis die ihr Geburtsjahr raus rückten, Das amüsiert mich heute noch, wenn diese Ratespiele los gehen. Ist aber nicht Afu-spezifisch, nur ....... hört man auch über Funk.

Zu den >=10kW PEP: das sind entweder die Angler unter den Funkamateuren, die auch immer 5m lange Forellen aus dem Bach holen, oder ganz einfach Deppen, die nicht rechnen können oder wie vor einiger Zeit junge Audi-Fahrer, die per Dashcam-upload 160km/h auf der Landstraße im Netz dokumentierten. Der Staatsanwalt hat in die Hände geklatscht vor Freude und die Lokalpresse ebenfalls.

Afu-Aussterben: geht auch nicht, weil auch der sinnloseste Funkimpuls verwertet wird. Aus einer der bewußten Runden: ein OM führt eine Strichliste, wenn jemand "sein" Hausrelais auftastet ohne dazu sein Call zu nennen. Er wolle eine Statistik darüber machen ..... (da schlug dann mein "NF-Squelch" zu)

73 Peter

DJ7WW
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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von DJ7WW » 14. Feb 2020, 13:58

DO1WH hat geschrieben:
14. Feb 2020, 09:10

Also ich habe gestern Abend (ca. 23:30 Uhr) mal gedreht: Was soll ich sagen - Quassel-Runden gab es tatsächlich 8-) .
Nur es sind Runden, die ich mit meinen puppsligen 100Watt schlecht erreiche. Laut Auskunft der OM's haben die mit 500Watt und mehr gearbeitet. Ausserdem waren die gestrigen Runden alle im Ruhrgebiet oder Richtung Allgäu. In meiner unmittelbaren Umgebung (Grimma bei Leipzig) hatte ich niemanden gehört. Obwohl es mir auch Wurscht iss, in welcher Runde ich Anschluss finde.
Es wäre sicher hilfreich wenn Du Dich mal mit Ausbreitungverhältnissen vertraut machst, dann brauchst Du nicht erfolglos suchen.
Zur jetzigen Jahreszeit sind die Sprungdistanzen auf 80m sehr lang und die toten Zonen haben ihre längste Ausdehnung.
In den frühen Abendstunden wirst Du daher kaum jemanden aus DL hören können, dafür musst Du auf 160m schalten.

Die puppsligen 100W reihen normalerweise aus um mit JA oder W SSB QSOs zu machen.
500W sind gerade mal eine S-Stufe mehr an Feldstärkezuwachs (genau 7dB).

73
Peter

DO8SN
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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von DO8SN » 15. Feb 2020, 08:16

Mal aus meiner Sicht:
Die besagten Runden gibt es natürlich und auch recht zahlreich.
Auch mit 100W kann man da mitspielen - sogar mit meiner Behelfsantenne,hi.

Teilweise werden technische Themen abgehandelt - meist sehr interessan, wenn auch gern mal auf einem Niveau, das meines weit übersteigt, dennoch lehrreich.
Das ist ja über jahrzehnte erwobenes Fachwissen, das man da "abgreifen" kann.

Die Klönschnackrunden gibt es auch... nur: das sind, so nehme ich an, Runden, die schon länger veranstaltet werden, als ich auf der Welt bin. ;)
Will heißen: die Interessenlage und die Lebenswirklichkeiten sind ja völlig unterschiedlich, folglich auch die Gesprächsthemen. Ich bin mit meinen 38 Jahren ja im Alter der Kinder oder gar Enkel vieler der OM, die da teilnehmen. Klar, daß die Leute da andere Themen haben als ich - die haben Hausbau, Kinder, Enkel, Urenkel, Beruf etc. schon durch. Ich interessiere mich schon dafür, wenn jemand einen intersanten Schwank aus seiner Jugend zum Besten gibt oder einen guten Ratschlag hat.
Zu einer Klönschnackrunde kann ich aber nicht viel beitragen.

Mein ältester Sohn macht gerade per DN Call die ersten Gehversuche... wenn ich das weiterdenke wird da in Zukunft nicht mehr herauskommen als Rapportaustausch. Ob das reicht, ein Kind bzw. eine Jugendlichen weiter fürs Hobby zu begeistern...

DL hat definitiv ein Problem mit Überalterung im Afu, da fehlt eigentlich eine ganze Generation.
Wie groß ist denn die Chanche, daß ein frisch lizenzierter 18 jähriger auf den Bändern einen Altersgenossen mit ähnlicher Interessenlage trifft und sich da ggf. Freundschaften entwickeln, wie das vor 40 Jahren wohl öfter vorkam unf aus denen die besagten Runden heute teilweise noch bestehen? (was ich toll finde!) Die Chance dürfte sehr, sehr klein sein.

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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von DL2BBF » 15. Feb 2020, 09:29

Moin,
ich sehe das alles vollkommen locker.

Amateurfunk ist doch keine Unterhaltungssendung wo man sich dann nach persönlichen Vorlieben, am Besten noch mit einem Programmheft, die entsprechende Unterhaltungssendung raussucht.

Seid ihr alle nur am hören? Um dann in Foren über mangelde Themenvielfalt zu meckern?

Ich finde Amateurfunk immer noch klasse, auch wenn die Bedingungen nicht besonders gut sind.
Wenn ich ich Amateurfunk machen will, gehe ich zu 90% auf eine freie Frequenz und rufe CQ. Es entwickeln sich meistens sehr interessante Gespräche über Technik oder über andere gemeinsame Interessen. Oder ich gehe Basteln, denn seid dem ich mit selbstgebastelten Geräten meinem Hobby nachgehe, macht es so richtig Spaß.

Ich selber entscheide doch worüber ich mich unterhalte.
Dieses 5/9 Geschreie bei verschiedenen Veranstalltungen habe ich noch nie mitgemacht.Ich sammle auch keine QSL Karten oder seltene Stationen.

Aber wer es mag, soll es machen. Einfach freie Frequenz suchen und CQ rufen.

Über Nachwuch mache ich mir keine Sorgen, Ich war fürher in einem OV recht aktiv und habe auch einige Jahre den OVV gemacht. Ebenso einer interessierten Gruppe Unterstützung bei der Technik, bis zur Prüfung, zukommen lassen.

Jetzt sind da Jüngere am Werk. Und das ist Klasse so. Die kümmern sich jetzt um die Relais und modernisieren den Kram den ich mal mit aufgebaut habe.

Ich übe jetzt weiterhin mein Hobby aus und erfreu mich daran. Diese Weltuntergangsstimmung mag ich nicht.

db6zh
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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von db6zh » 15. Feb 2020, 12:28

Wie groß ist denn die Chanche, daß ein frisch lizenzierter 18 jähriger auf den Bändern einen Altersgenossen mit ähnlicher Interessenlage trifft und sich da ggf. Freundschaften entwickeln, wie das vor 40 Jahren wohl öfter vorkam und aus denen die besagten Runden heute teilweise noch bestehen? (was ich toll finde!) Die Chance dürfte sehr, sehr klein sein.
......wie das vor 40 Jahren wohl öfter vorkam ... JEIN. Ohne Geschichte über zu strapazieren: Funk überhaupt kam erst ab den 20er/30ern in nennenswertem Umfang auf. Dann kamen 1000 Jahre und der Krieg. Zu den ersten Lizenzen ab 1950 (vorher Grauzone) kamen im wesentlichen eine ältere Generation (20er, die überlebt hatten). Die Jugend ..... ich fing Mitte der 50er mit den Bastelarbeite etc. an, ...... kurz gesagt, bis heute ist die Altersgruppe bis 27 immer unter 10% geblieben, sowohl Lizenz als auch DARC. Der klassische Eintritt / Lizenz erfolgte früher ab 35 Jahre nach Fuß fassen in Familie und Beruf. Durch längere Ausbildung und spätere Heiraten hat sich das um 5-10 Jahre verschoben.

D.h. ein heute 18jähriger hat nur wenig Gleichgesinnte im Amateurfunk überhaupt, und :-) ..... kommt irgendwann dann auch dahinter, daß diese unter den YLs noch seltener sind. Also wird er ziemlich schnell "umdisponieren". Schrieb ich schon mal, war bei mir auch der Fall, als ein junger Friseurnachwuchs mir die Freundin ausspannte. Die Jugend hat auch noch einiges andere im Kopf als Amateurfunk und muß sich erst orientieren. Diese sog. "alten Runden" wachsen mehr oder weniger zufällig zusammen. Das kann lokal oder auch bis zum DX gehen. Passiert einfach im Laufe der Jahre und man klönt weiter, neu kommen hinzu, alte treten ab.

Das Aussterben ist Blödsinn. Wir haben eine SK-Quote von derzeit um 1,1% pa, die max. auf 1,5% hochgeht (wegen der Altersstruktur in den nächsten 5-10 Jahren, aber nicht höher und dann wieder Richtung 1% sinkt). Das ganze bei ~85 Jahren Lebenserwartung (das ist eine statistische 50% (Überlebens-)Grenze, das heißt ein ganzer Sack voll wird älter). D.h. aber auch 98% rücken jedes Jahr nach durch älter werden, ob sie es nun wollen oder nicht. :-) Durch das typische Eintrittsalter und die Lebenserwartung ergibt sich ein Altersmittelswert um 55-60 Jahren (Lizenzen und DARC-Mitglieder etwa gleich). Das ganze ist nicht zusammen phantasiert, sondern per Simulationsmodell durch gespielt, mit Annahmen und Daten seit 2009 (von mir, nicht irgendwo "da oben", aber mit deren Einverständnis, ich stehe für die Zahlen selber gerade....).

Ich hatte 2008/2009 um Unterstützung mit Daten gebeten, weil mir die "Lemminge-Theorie" auf den Keks ging. Wegen dem "Lemminge-Theorem" = in 10 Jahren sind alle gestorben-- 42.000 Mgl zu der Zeit -- wollte man mit der ELL wieder Funkamateure produzieren. Das Theater dürften ja die meisten hier noch mit bekommen haben. Das Modell arbeitet mit dem gleichen Hintergrund wie die Statistik-Ämter zur Bevölkerungsentwicklung.

Wir müssen die Jungen interessieren, überhaupt keine Frage, können aber nicht mit sofortiger Lizenz rechnen. Die Jungen müssen erst einmal vordringlich für unseren biologischen Nachwuchs sorgen und nicht dauernd an der Funke sitzen. (Fasching ist eine gute Gelegenheit für beides....) Die kommen dann halt anschließend zum aktiven Amateurfunk.

So, war mein Wort zum Sontag, hi, 73 Peter

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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von Funkonaut » 15. Feb 2020, 16:35

Noch 'ne kleine Anmerkung zu Peters Wort zum Sonntag.
"Die kommen dann halt anschließend zum aktiven Amateurfunk."
......und wenn es auch 8000 Jahre dauert ! ;)
Bild
Möge es denn mal so sein !
73 Mario

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Re: Zum Thema "Stirbt der AFu in Deutschland aus"

Beitrag von DJ7WW » 15. Feb 2020, 20:53

DL2BBF hat geschrieben:
15. Feb 2020, 09:29


Ich finde Amateurfunk immer noch klasse, auch wenn die Bedingungen nicht besonders gut sind.
So schlecht sind die gar nicht sonst könnte man aus DL nicht von gestern auf heute 250 W/VE Stationen auf 160m erreichen.

73
Peter

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