Amateurfunk einst und jetzt

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HB9EVI
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Beitrag von HB9EVI » 11. Apr 2019, 11:54

das war auch mehr ironisch gemeint; natürlich hast du vollkommen recht, dass wir nach mehr streben sollten; wobei ich denke, dass der Mensch per se ein zu faules Wesen ist für den dafür notwendigen Eifer und Ehrgeiz - was man ja auch an dem ebenfalls immer wiederkehrenden Rumnörgeln an der Frequenzzuteilungen für die E-Klasse und den dabei artikulierten Begehrnissen nach mehr geschenkten Zuteilungen offensichtlich wird.

Es geht immer alles nach der Devise: möglichst viel rausholen mit möglichst wenig Einsatz - was ja auch ganz dem kapitalistischen Zeitgeist entspricht. Das kann man kritisieren, aber die Menschen sind halt auch nur Ebenbilder der Gesellschaft, die sie formt und prägt.

Vielleicht wäre es gut, daran zu denken, dass die Präsenz in einem Forum wie diesem nicht dem Schnitt der FA entspricht. Ehrlich gesagt mache ich auch lieber etwas Produktives als hier immer wieder über dasselbe zu diskutieren - und das halten viele andere auch so.
Was hier so geschrieben und damit offenkundig wird, entspricht damit noch lange nicht einem wirklich repräsentativen Querschnitt durch die Afu-Szene.

Und nein, ich mache lieber was Nützliches als im Garten zu liegen; das ist in etwa wie TV: passiv und zu träge

Funkonaut
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von Funkonaut » 13. Apr 2019, 23:16

O.K. das mit dem "im Garten liegen und Wein trinken" war natürlich auch etwas ironisch gemeint. ;)
Wenn ich in meinen Garten schaue, ist nicht viel mit liegen, denn da sehe ich leider nur Arbeit, weshalb ich dann doch meist eine innerhäusliche Aktivität anstrebe und lieber den Lötkolben als den Spaten in die Hand nehme. Klimabedingt geht es ja jetzt wieder los. :evil:
Es ist tatsächlich eine interessante Frage inwieweit das Forum einen repräsentativen Querschnitt der AFU Gemeinde darstellt. Man denkt automatisch, wenn viele Leute dabei sind, es wäre so, aber tatsächlich habe ich festgestellt, dass viele OM's noch nie in das Forum geschaut haben. Fragen werden im OV gestellt, und keiner denkt daran, dass in den Foren die Wahrscheinlichkeit Probleme gelöst zu bekommen, wesentlich höher ist.
Es liegt eventuell auch daran, dass infolge des Altersquerschnittes die Computeraffinität nicht so groß ist.
Die Zeiten große Objekte in Angriff zu nehmen sinkt damit ebenfalls, wodurch gar keine Probleme mehr entstehen.
Wie schon gepostet sehe es selber, dass vielfach infolge der Technik der Selbstbau an SMD und Multilayer scheitert und bis auf die schon erwähnten K3ler meist nur noch Zusatzgeräte gebaut werden. Aber auch da hat sich, bedingt durch die preiswerten China Importe der Selbstbau sehr reduziert.
So meinte ich das mit "Steckdosenamateuren" , woraus meine Meinung resultierte, dass es mir nicht mehr sinnvoll erscheint, die verschiedenen Lizenzklassen aufrecht zu erhalten. Zum Einschalten ist es ja egal, welche Klasse und viele von den alten A-lern die damals die Thomsonsche Schwingungsgleichung im Schlaf aufsagen konten, legen den Einschalter auch nicht gekonnter um oder strahlen besser ab!
Ich kann mich erinnern, dass damals (ich weiß lang-lang ist's her) ohne Morsen bei gleicher Technikprüfung nur C erteilt wurde. Da konnte man nicht auf die KW Bänder, weshalb viele dann nicht mehr weitermachten, da sie das CW Feeling nicht hatten,- konnten,- oder wollten.
Als dann das Morsen wegfiel hatten einige den Morseeinstieg schon gemacht, und manche sogar gleich umschreiben lassen.Einige aus Gewohnheit und des schönen Suffixes wegen gelassen, aber viele waren auch schon wieder ausgestiegen.
Soviel dazu, wie man auch durchaus Interessierte vergraulen kann.
Wie Du schreibst-"Menschen sind halt auch nur Ebenbilder der Gesellschaft, die sie formt und prägt." - hast Du recht, aber wenn ich teilweise in letzter Zeit das Ergebnis sehe, drängt sich mir die Frage auf, ob wir nicht intensiver daran arbeiten sollten, die Gesellschaft zu formen? ;)
Aber das gehört sicherlich nicht in dieses Forum, obwohl entschuldbar, da hier ja "Sonstiges" ist. :roll:
In diesem Sinne....Völker höret die Signale-aber damit waren wohl keine Morsesignale gemeint ? 8-)
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HB9EVI
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von HB9EVI » 14. Apr 2019, 09:36

Tja, wem sagst du das; aber ich hab da wenig Hoffnung, dass es da noch etwas zu formen gibt. Mir scheint eher, als ob die schweigende Mehrheit ganz zufrieden ist mit dem Status quo; Hauptsache freie Fahrt für freie Bürger, RTL2 und jedes Jahr ein neues Smartphone.
Da sag ich nur: panem et circenses

Den Einwand mit SMD lass ich auch zum wiederholten Male nicht gelten. Wenn man nicht gerade total tattrig und seheingeschränkt ist, geht auch SMD im Heimmassstab. Die Baugrösse hat ganz klar ihre Vorzüge und wurde nicht entwickelt, um den Selbstbau einzuschränken.

elektrolurch
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von elektrolurch » 16. Apr 2019, 11:47

Funkonaut hat geschrieben:
13. Apr 2019, 23:16

Die Zeiten große Objekte in Angriff zu nehmen sinkt damit ebenfalls, wodurch gar keine Probleme mehr entstehen.
Wie schon gepostet sehe es selber, dass vielfach infolge der Technik der Selbstbau an SMD und Multilayer scheitert und bis auf die schon erwähnten K3ler meist nur noch Zusatzgeräte gebaut werden. Aber auch da hat sich, bedingt durch die preiswerten China Importe der Selbstbau sehr reduziert.

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So ein "Scharrn",

Selbstbau war noch nie so einfach wie heute...

Niemand zwingt dich SMD zu benutzen. ?? Es kann u.U. Vorteile bringen, man muss aber doch nicht.

Die typischen bedrahteten Bauteile, die der Selberbauer früher so benutzte, bekommt man fast alle noch.

Oszilloskope / Netzwerkanalysatoren / usw. gibts billig wie nie.

Zusätzlich gibts heute gewaltige Vorteile zu früher z.b. die Hexfets wie IRF510 / 530 / 640...damit kann man sich einfachst leistungsfähige CW Monoband-Endstufen bauen. Mit Leistungshalbleitern, die zum Teil unter 1 € kosten, bis 100 Watt. Und mit Spannungen, die nicht gleich "lebensbedrohlich" sind.

Digitale Frequenzaufbereitungen und Anzeigen kosten "nichts" mehr.

Und wenn dir dein " 0V1 - feeling" fehlt, dann benutze ihn doch einfach. Vor einiger Zeit hab ich qso mit einer Gegenstelle gehabt, der " 1V1 " als RX angab. Auf 80 hat er mich problemlos gehört, obwohl ich mit ca. 4 Watt unterwegs war. Jammer nicht rum, machs halt einfach.

73, EL

Funkonaut
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von Funkonaut » 16. Apr 2019, 13:16

Alles richtig, keinen Widerspruch.
Ich weiß wie billig alles geworden ist-ich kaufe auch in China (bisher ohne Probleme!)
Daher weiß ich auch, wie gut die teilweise schon vorgefertigten Teile sind und wie preiswert es geht.
Habe gerade einen Mini Oszi für 13,-€ !(geht bis 200kHz) geholt, um bei meinem PKW die Zündung zu kontrollieren, weil ich meinen anderen Oszi nicht mit hinaus in den Motorraum transportieren will, da ich in den kalten Monaten einige Probleme hatte.
Komplette Einheiten kosten manchmal weniger als wenn ich die Teile einzeln hier bei Conrad kaufe.
Mein Einwand bezog sich rein auf den Amateurfunk. Da sind keine Großen Projekte mehr drin, es sei denn man gehört zu der absoluten Minderheit, welche ich weiter oben als K3 Enthusiasten bezeichnet habe.
Natürlich geht O-V-1 und 1-V-1 und ähnliches noch. Du kannst Dich infolge Frequenzinstabilität bei Deinen Selbstbauten auch noch "einpfeifen".
Die Frage ist aber ob Du das (bis auf eventuell einge Versuche mit Freunden) lange durchhälst. 8-)
Aus der Praxis und den Gesprächen mit anderen OM sehe ich aber eine starkle Abwanderung in die Elektronikforen, wo die teilweise sogar mit ihren Rufzeichen auftauchen.
Das nostalgische Feeling (Geruch und Röhrenheizung) sollte auch nur andeuten, was früher alles gebaut wurde.
Natürlich, solange man uns die Bänder nicht wegnimmt, und das ist ja unwahrscheinlich, da die Industrie immer weiter nach oben geht und infolge dessen kein Interesse an unseren Frequenzen hat, wird es den Amateurfunk weiter geben.
Die Kernfrage ist meiner Meinung nach, sollte man aktiv werben oder sich leise in die Nische verziehen?
Zusammengefasst kann ich sagen, dass früher mehr los war,. wodurch der Spassfaktor auch höher war.
Um heute 3 Zahlen auszutauschen schalten viele eben nicht mehr ein, was eine Antwort auf den TO und diesen Thread "Amateurfunk einst und jetzt" sein sollte.
Trotzdem, möges es alles besser werden.................hofft:
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Dell55neu
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von Dell55neu » 16. Apr 2019, 13:46

elektrolurch hat geschrieben:
16. Apr 2019, 11:47

Die typischen bedrahteten Bauteile, die der Selberbauer früher so benutzte, bekommt man fast alle noch.

73, EL
Da habe ich vor Jahren, andere Erfahrungen machen dürfen und zwar bei einem SK FT726R, bei dem einige Bauteile (für den internen VV) es nicht mehr gab und eine Ersatzschaltung nicht machbar war. (Aussetzer beim Empfang auf 2m wie 70cm)
Ist zwar eine andere "Baustelle" des AFU, aber gehört hier dazu.
Wie will man heute noch ältere Trcvr am laufen halten, wenn selbst die Hersteller keine Nachlieferungen für gewisse Bauteile leisten können?
Selbst "neuere" wie z.B. ein Yaesu FT920, muss man irgendwann einen anderen dafür "schlachten", um seinen eigenen umbauen/erneuern zu können.
Da ist ein frischer, neuer Trcvr mit allem Schnick/Schnack (was man heute braucht) und 2 Jahren Garantie "besser"....
Warum wohl, hat das Interesse für AFU-Messen und Flohmärkte nachgelassen? Nicht nur, weil FA im Internet kaufen können, wonach es im "gelüstet", teilweise schon mit Ratenzahlungen durch den Verkäufer/Händler....
Ausserdem ist der Markt "gesättigt" worden. Auch das haben die Chinesen erkannt und bauen/verkaufen Geräte, die vielfach an Geräte der Konkurrenz aus Japan und den USA heranreichen, weil sie dem Markt in Quantität und Qualität angepasst sind.

Gegenbeispiel aus dem Nicht-AFU Bereich?
Die deutsche Firma Kettler mit ihrem Kettcar, hat den Markt hinsichtlich E-Antrieb, verschlafen/verpasst.
Heute ist die Konkurrenz bei Fahrrädern, Tretrollern usw. im Bereich E-Antrieb der Firma Kettler weit voraus....

So (oder so ähnlich) wird es auch auf dem AFU-Markt sein.
Das sollte man, im Zusammenhang mit AFU einst und jetzt, auch nicht aus den Augen verlieren.
Ein Trcvr der nur althergebrachtes an Betriebsarten bietet, ist bei dem jüngeren Nachwuchs irgendwann "altes Eisen", weil die Entwicklung weiter geht, neuere Betriebsarten wie FT8 und SDR Einzug halten.
Früher war es der Traum fast jeden CB-Funkers, sich eine Sommerkamp TS788 DX leisten zu können und mit bis zu 100 Watt auf SSB senden zu können. Heute sind es solche AFU-Transceiver, die mind. diese 100 Watt können, einen Panoramaempfänger eingebaut haben usw......
73, Helmut

DJ7WW
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von DJ7WW » 16. Apr 2019, 14:42

Dell55neu hat geschrieben:
16. Apr 2019, 13:46

Ein Trcvr der nur althergebrachtes an Betriebsarten bietet, ist bei dem jüngeren Nachwuchs irgendwann "altes Eisen", weil die Entwicklung weiter geht, neuere Betriebsarten wie FT8 und SDR Einzug halten.
Für FT8 reicht ein uralt SSB Transceiver und ein Transceiver Konzept ist keine Betriebsart.

73
Peter

elektrolurch
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von elektrolurch » 16. Apr 2019, 16:47

Funkonaut hat geschrieben:
16. Apr 2019, 13:16

Natürlich geht O-V-1 und 1-V-1 und ähnliches noch. Du kannst Dich infolge Frequenzinstabilität bei Deinen Selbstbauten auch noch "einpfeifen".
Die Frage ist aber ob Du das (bis auf eventuell einge Versuche mit Freunden) lange durchhälst. 8-)
da muss ich keine "Versuche mit Freunden" machen, da gnügt ein simpler cq - Ruf. Der 1-V-1 OM schien das jedenfalls noch sehr lange durchzuhalten...

Selbst cq-Rufe mit 1 Transistor Sendern sind - oh ein Wunder - beantwortet worden.

Und wieso meine Selbstbauten frequenzinstabil sein sollten, ist mir jetzt auch schleierhaft...

Ausserdem ist es ja wohl kein Problem, wenn man während eines vielleicht 20 Minuten dauernden CW qso-s 100 Hz driftet, dann dreht man halt am RIT.

Der Sinn des Satzes:

" Du kannst Dich infolge Frequenzinstabilität bei Deinen Selbstbauten auch noch "einpfeifen". "

ist mir völlig rätselhaft. Bitte erklären.

73, EL

DJ7WW
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von DJ7WW » 16. Apr 2019, 21:54

Funkonaut hat geschrieben:
13. Apr 2019, 23:16


Wie schon gepostet sehe es selber, dass vielfach infolge der Technik der Selbstbau an SMD und Multilayer scheitert
Es zwingt Dich niemand SMD zu verwenden wenn Du einen Transceiver bauen willst und Multilayer ist auch nicht erforderlich.
Du kannst ja auch frei verdrahten.
SMD und Multilayer erleichert in erster Linie die Serienfertigung.

73
Peter

Funkonaut
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Re: Amateurfunk einst und jetzt

Beitrag von Funkonaut » 17. Apr 2019, 18:07

@elektrolurch
""Du kannst Dich infolge Frequenzinstabilität bei Deinen Selbstbauten auch noch "einpfeifen". "
ist mir völlig rätselhaft. Bitte erklären""

Sorry, da merkt man, dass man doch älter ist als man denkt ;)
Erklärung kommt noch, ich überlege gerade, wie man es in wenigen Worten erklären kann, ohne den Thread aufzublähen.
Vielleicht kann einer mit "kurzen Worten" hilfreich sein.
@Peter DJ7WW
Na klar, mich zwingt niemand-aber wenn man schon selber baut, möchte man doch in etwa an ein professionelles Design herankommen.
Für meine Elektronik-Selbstbauten habe ich schon SMD's verbaut, musste aber meine Werkstatt erst mit Lupenhalter, Feinlötkolben, dünnen Lötdraht etc. aufrüsten, um mich dann trotzdem noch über die Codierung (statt der Farbringe) aufregen, da durch die Kontrolle alles längere Zeit in Anspruch nimmt. Multilayer ist natürlich nichts für Amateure, aber schon beidseitige Platinen erfordern einen hohen Genauigkeitsaufwand und die Durchkontaktierung mit den Nieten ist meist auch nicht berücksichtigt wenn man vorgegebene Platinen aus z.B. Elektor abkupfert.
Mit Freiverdrahtung ist vieles möglich aber wer heute einen vernünftigen TX (mit dem man auch gut arbeiten kann- ohne einpfeifen ;) )selbst erstellen möchte, muß schon ein Superfreak sein und genug Zeit (Rentner?) haben, nicht zu vergessen, den ebenfalls nötigen Messpark!
Es gibt hier ja einige, wie ich unter Selbstbau schon bewundert habe, aber gern würde ich mal die tatsächliche Anzahl wissen.
Daraus resultiert meine Aussage "Steckdosenamateure" -was nicht böse gemeint ist, sondern als Bezug auf den größten Teil der Funkamateure gemeint war, weshalb ich das mit den Hinweis meinte, dass die LIzenzklassen m.M.überholt sind, denn einschalten und bedienen kann man auch mit "E"
Wer Interesse und Freude hat klemmt sich dann von selbst dahinter. Beim Segeln fängt man die Kinder auch mit dem "Optimisten" ein, und viele sind dann dabeigeblieben.
Bild
Sorry für das zu große Bild :roll:

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